Die Stadt Bergisch Gladbach hat 2018 das Zanders-Gelände erworben. Dies ist von einer großen Mehrheit der Politik und der Bevölkerung begrüßt worden, besteht doch die Chance, dieses in der Innenstadt gelegene Gelände zu einem städtebaulichen Highlight zu entwickeln. Dabei soll zu Recht zunächst auf die bestehenden Arbeitsplätze bei Zanders Rücksicht genommen werden. Gleichzeitig kann und muss aber die städtische Planung für den allergrößten Teil der Flächen bereits beginnen. 

Das Gelände hat eine Fläche von 37 ha. Das ist fast die Größe der im vom Stadtrat beschlossenen Flächennutzungsplan ausgewiesenen neuen Flächen für Wohnsiedlungen (45 ha). Dennoch war das Gelände nicht in den Flächennutzungsplan einbezogen worden. Eine vor dem Hintergrund der im Stadtentwicklungsausschuss jetzt vorgelegten Planung völlig unverständliche und von den Bürgerinitiativen und der Bürgerschaft zu Recht kritisierte Vorgehensweise.

Wir stellen fest, dass der Ende 2018 beschlossene Flächennutzungsplan (FNP) damit bereits heute überholt ist und von Beginn an falsch angelegt war.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass der FNP revidiert wird bzw. darauf basierende Bebauungspläne nicht angegangen werden. Wir haben von Anfang an gesagt, dass selbst bei einer überdurchschnittlichen Entwicklung der Einwohnerzahl kein weiterer Naturflächenverbrauch notwendig ist, wenn das Zandersgelände und weitere Brachgelände für Wohnbebauung zur Verfügung stehen. Insbesondere fordern wir in diesem Zusammenhang angesichts des notwendigen Klimaschutzes den Erhalt von Landschaftsschutzgebieten.

Teil des Zanders-Geländes, hinten links S-Bahnhof und RheinBerg Galerie

Wir setzen uns dafür ein, dass das Zanders-Gelände in erster Linie Wohngebiet wird. Unter Berücksichtgung von möglichen Altlasten und der vorhandenen industriellen, teilweise schwer zu beseitigenden Infrastruktur mag eine solche Umwidmung sicher eine große Herausforderung sein. Diese gilt es aber unbedingt anzunehmen. Eine solche Chance kommt auf absehbare Zeit nicht wieder.

Die Umgestaltung des ehemaligen Thyssen-Stahlwerkes in Dortmund zu einer Wohnbebauung und zur Freizeiteinrichtung Phoenix-See unter Einbeziehung der renaturierten Emscher hat bewiesen, dass so etwas möglich ist.

In Bergisch Gladbach haben wir eine vergleichbare Situation. Eine Offenlegung der Strunde, möglicherweise mit einem um sie gruppierten Grünzug in Verbindung mit dem Quirlsberg auf der einen Seite und der Gronauer Waldsiedlung auf der anderen Seite fast bis zum Gierather Wald lässt sich ein besonders lebenswertes Wohngebiet schaffen. Hinzu käme die Nutzung der historischen Gebäude als Museen, Kunsträume oder Gastronomie. Auch die Nahversorgung durch das bequem erreichbare Stadtzentrum, vor allen Dingen aber die nahe, fußläufig erreichbare S-Bahn sind hervorragend.

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