Auch wenn Bergisch Gladbach beim neuesten Gemeindecheck des Institutes der Deutschen Wirtschaft (IW) unter den 10.817 untersuchten Kommunen mit Platz 148 insgesamt gut abschneidet, werden die Schwächen der Stadt deutlich. Untersucht wurden die Lebensverhältnisse in den Bereichen Gesundheit, Digitales, Mobilität, Freizeit und Bildung.
Dabei erzielte die Stadt bei der Bildung Rang 932, bei der Gesundheit Rang 416, bei der digitalen Daseinsvorsorge Rang 3.368 und bei der Mobilität Rang 1.110. Die letzten beiden Indices sind für eine Gemeinde im unmittelbaren Umfeld der Universitätsstadt Köln und als bedeutender Teil der Metropolregion Rheinland kein guter Wert. Vergleichbare Regionen performen hier wesentlich besser.
Die Indikatoren des Daseinsvorsorge-Index sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Die Aussagekraft halten wir aber für begrenzt, weil die bloße Anzahl vorhandener Einrichtungen zunächst einmal wenig über die Qualität oder die unmittelbare Versorgung vor Ort (z.B. Kitas) aussagt. Auch wäre es nicht sinnvoll, wenn sich jede Gemeinde eines bevölkerungsstarken Ballungsraums ähnliche und kostspielige Kultureinrichtungen leisten würde, was dann zu einer höheren Bewertung führen würde.

Die Tabelle ist der Pressemitteilung des IW entnommen
Die FWG sieht erneut erheblichen Nachholbedarf für die Stadt: Mobilitäts- und Infrastrukturprobleme dürfen nicht mehr kleinteilig und abschnittsweise angegangen werden. Vielmehr muss ein neues gesamtstädtisches Konzept her, das die geplanten Bauvorhaben auf Zanders und Wachendorff mit dem geplanten Wohnungszuwachs völlig neu bewertet. Diese Diskussion hat bisher nicht wirklich stattgefunden.
Auch die digitale Versorgung von Stadt und öffentlicher Verwaltung muss viel stärker in den politischen Fokus rücken. Sie darf auch in politischen Debatten kein Randthema mehr bleiben, wie das in den letzten Jahren der Fall war.
Für die FWG gilt es jetzt, sich bei der angespannten Haushaltssituation Bergisch Gladbachs endlich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die aufgezeigten Schwächen ernst zu nehmen. Denn die Studie des IW macht sehr deutlich klar: Nicht erledigte wahrnehmbare Mängel vor Ort beeinflussen die Bewertung gesamtstaatlicher Leistungsfähigkeit und gefährden am Ende die grundsätzlich positive Einstellung zur Demokratie.


