Es ist bemerkenswert, mit welchen Mitteln die Stadtverwaltung offensichtlich daran arbeitet, den Bahndamm zwischen Bergisch Gladbach und Frankenforst doch mit einer Autostraße zu bebauen. Anders kann man es nicht erklären, wenn – wie der Kölner Stadtanzeiger im Dezember berichtete – die Stadt weiter Grundstücke am Bahndamm aufkauft.

Erstaunlich ist, dass die Stadt die im Rat beschlossene neue Machbarkeitsstudie zur Autostraße auf dem Bahndamm nicht in Auftrag gibt. Arbeitsbelastung der Verwaltung soll der Grund sein. Wir haben Zweifel daran und mehr den Eindruck, dass auch eine neue Studie kein anderes Ergebnis liefern wird als die schon vorhandenen Gutachten. Sie zeigen nämlich eine höchstens geringfügige Entlastung der Hauptverkehrsstraßen, aber eine hohe Belastung der Umwelt und der Anwohner, von den Baukosten erst gar nicht zu reden. Denn unter dem Bahndamm liegen Altlasten, deren Beseitigung schon 2006 mit knapp 60 Millionen Euro beziffert wurde. 

Die Art der geplanten Autostraßen im Bereich des ehemaligen Gleisdreiecks unter Einbeziehung des Bahndamms in Höhe des Finanzamtes lässt vermuten, dass eine langfristige Strategie der Stadt nicht auszulöschen ist, den Bahndamm in seinem gesamten Verlauf zur Autostraße zu machen, um diese Schnellstraße dann in den Norden der Stadt zu verlängern. Anders wären die geplanten riesigen Brückenbauwerke im Bereich Kuhlerbusch/Buchholzstraße nicht zu erklären.

Das nennt man wohl Salamitaktik – es fehlt nur noch die Ergänzung zu einem Autobahnanschluss Brüderstraße. Baurat Flügge erklärt zwar, das alles sei kein Einstieg in einen Autobahnzubringer. Angesichts des Flächennutzungsplans und der angestrebten Regionalplanänderung im Bereich Brüderstraße ist das aber ziemlich unglaubwürdig! 

Der Bahndamm – heute eine grüne Oase in der Stadt

Nun steht die Kommunalwahl 2020 an. Die beiden Bürgermeisterkandidaten der CDU und des Bündnisses aus SPD, Grünen und FDP scheuen konkrete Aussagen zur Bahndammthematik. Die CDU will ihn offenbar, insbesondere dann, wenn die Trasse bis zur Autobahn verlängert wird. Das geplante Dreierbündnis für die Bürgermeisterwahl will nach Aussagen ihres Bürgermeisterkandidaten in den nächsten fünf Jahren keine Beschlüsse zum Individualverkehr auf dem Bahndamm fassen. Das ist aber eine unverbindliche Erklärung, zumal alle drei Parteien einen individuellen Wahlkampf führen werden und lediglich für die Bürgermeisterwahl ein Zweckbündnis gegründet haben. Keine Partei macht Anstalten, den Antrag auf Regionalplanänderung im Bereich Brüderstraße zurückzunehmen, was dann wirklich eine Vorentscheidung zum Bahndamm bedeuten würde. Offenbar soll die Option Autobahnanschluss doch weiter aufrecht erhalten werden.

Die FWG hat zum Bahndamm eine klare Haltung: Den Bau einer Autostraße darauf lehnen wir ab.

Sie würde noch mehr Verkehr in die Stadt bringen und eine Verlängerung einer solchen Straße über das Gleisdreieck in den Norden der Stadt würde als Ausweichstrecke der A3 und zu einer Ersatz-Verbindung zwischen A4 und A1 führen. Schildgen und Paffrath würden noch mehr belastet. Solche Planungen sind nicht mehr zeitgemäß. 

1 Antwort
  1. Dennis Vogt
    Dennis Vogt sagte:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    die Verantwortlichen der Stadt werden den Autobahnanschluss über den alten Bahndamm weiter verfolgen, da in der Vergangenheit schon viel zu viel Geld verpulvert wurde für die div. Gutachten und Anträge auf Ebene der Landesregierung.
    Das mit diesem Projekt der schon laufenden Verkehrskollaps in Bergisch Gladbach und speziell in Schildgen nicht aufzuhalten wäre, dürfte vermutlich auch den Verantwortlichen klar sein. Allerdings bestimmt der vermutlich nicht unerhebliche Geldbetrag die entsprechenden politischen Entscheidungen.
    Eine verkehrtechnische Entlastung käme zustande, wenn die Hauptverkehrsachsen in 30er Zone mit erheblich breiteren Fahrradwegen umgewandelt würden. Dies würde bei konsequenter Haltung der Verwaltung langfristig zu einem Umdenken der Bürger führen.
    Darüber hinaus würden dann evtl. willige Bürger ihre Angst verlieren mit dem Fahrrad in die Innenstadt zu fahren. Denn aktuell muss man schon sehr mutig sein mit dem Rad über die Paffrather Straße in die Stadt zufahren. Also würde hier auch die entsprechende Verkehrssicherheit gefördert.
    Dies ist vielleicht nur meine Meinung. Allerdings ist dies eine Meinung und evtl. ist diese für Sie hilfreich in Ihrer Arbeit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dennis Vogt

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