Seit über sechs Jahren wird über die Entwicklung des Zanders-Geländes diskutiert, ohne dass im Kern etwas wirklich Greifbares geschieht, sehen wir von der Gleisparkgestaltung oder der Öffnung des Geländes und der vorläufigen Einrichtung der Zanders-Zentralwerkstatt einmal ab. Dabei sind die politischen Beschlüsse längst gefallen. Wohnen und Wohnen nicht beeinträchtigendes Gewerbe sollen in gleichem Maße angesiedelt werden. Die Diskussionen dazu sind weitgehend abgeschlossen.
Nun ein weiteres Positionspapier von Rot/Grün.
Wilfried Förster (FWG), sachkundiger Bürger im Stadtplanungsausschuss: „Wir erkennen darin nichts Neues, sondern lediglich eine Wiederholung altbekannter Thesen, für die es keine neuen Realisierungsvorschläge gibt.“

Wilfried Förster
Ein krampfhaftes Festhalten an architektonisch wie bautechnisch zweifelhaften und nicht schützenswerten Gebäuden verzögert eine Entwicklung ebenso wie das Festhalten an der Vorstellung, weitgehend auf motorisierten Verkehr verzichten zu können. Wenn auf Zanders Gewerbe oder Dienstleister angesiedelt werden, gibt es Zulieferer, Kunden, Patienten, Mitarbeitende. Wenn Wohnungen entstehen, gibt es Besucher und Lieferdienste, Handwerker. Wenn ein überregionales Berufsschulzentrum entsteht, gibt es Auszubildende und Lehrkräfte, die es anfahren.
Die Erfahrungen mit der vergleichbaren Situation in der Bahnstadt Opladen machen dies trotz noch besserer Erreichbarkeit der Bahn und des Regionalverkehrs deutlich. Auch dort hat man im Übrigen eine nutzeradäquate Stellplatzregelung nicht aufgegeben.
Der Stillstand auf Zanders, der die Stadt mit Millionen an Unterhaltungskosten belastet, darf nicht weiter manifestiert werden. Unsere Finanzlage gibt das überhaupt nicht her. Bürgerinnen und Bürger haben kein Verständnis für eine erneut entfachte Grundsatzdiskussion und erwarten, dass das Gelände sechs Jahre nach Erwerb durch die Stadt endlich mit konkreten Maßnahmen entwickelt wird. Die politischen Beschlüsse dazu sind längst gefallen.
Die FWG sieht das Zanders-Gelände weiterhin als Chance, finanzierbaren Wohnungsbau zu realisieren. Dies kann gerade hier mit dem Gebäudetyp E schnell erreicht werden. Die Leitlinien für ein solches vereinfachtes Bauen liegen inzwischen vor. Wichtig bleibt für die FWG aber auch hier eine sozialverträgliche und architektonisch reizvolle Durchmischung der Wohntypen, um unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzer Rechnung tragen zu können.
Die angestrebte Urbanität des Viertels begrüßen wir. Sie bedeutet keineswegs bauliche Enge. Gerade die Gladbacher Innenstadt benötigt Beschattung, Freiflächen, Baumpflanzungen, um so mehr als die Entwässerung des Zandersgeländes vorrangig auf dem Grundstück selbst stattfinden muss. Versiegelungen wie sie sowohl in Bensberg als auch in Gladbach stattgefunden haben, müssen hier auf jeden Fall vermieden werden.


