Es liegt uns fern, Schmuddelecken der Stadt zu dokumentieren. Das macht keine Freude. Feststeht aber: Es gibt zu viele davon. Das hat Bergisch Gladbach als Großstadt im Grünen nicht verdient, schon gar nicht als Entrée zur Stadt.

Leerstehende Bauobjekte führen schnell zu negativen Stadtbildern. Die FWG fordert eine neue Initiative zur Verbesserung des Innenstadtstadtbildes, nicht nur entlang der Gohrsmühle. Die Immobilien- und Standortgemeinschaft Hauptstraße hat bereits ihren Teil geleistet und für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität über eine halbe Million Euro bereitgestellt. Es geht aber nicht allein um Geld.

Kein erfreulicher Zustand mitten in der Stadt

Die Dynamik bei der Veränderung des Käuferverhaltens hat dazu geführt, dass das Einzelhandelskonzept der Stadt von 2015, überarbeitet 2024 als unzureichend zu betrachten ist. Das Konzept dient vor allem Verwaltung und Politik als Entscheidungsgrundlage durch eine Darstellung rechtlicher Aspekte bei Ansiedlungsfragen. Es beschreibt überwiegend den Istzustand, hat aber zu wenig Antworten für die Zukunft unserer Innenstadt.  Der Bedeutung des städtebaulichen Umfeldes wird zu wenig Raum gewidmet. Einzelhandelsexperten von Filialunternehmen, die Vergleichsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Standorten haben, betonen immer wieder, dass die Umsätze auch stark von der Gepflegtheit der Umgebung, von der Sicherheit und ihrer Erreichbarkeit abhängen.

Innenstädte müssen neu gedacht werden. „Wohnen“ zur Bekämpfung von Leerständen ist für uns das Schlüsselwort. Die bestehenden Förderprogramme zur Umwandlung von Gewerbe- zu Wohnräumen sollen stärker genutzt werden. Umbauwillige sollen bei den erforderlichen Genehmigungen weitgehend und unbürokratisch von der Verwaltung unterstützt werden. Hier kann der neue „Bauturbo“ nach §246e Baugesetzbuch bestens angewendet werden.